Machines Dream – Black Science (D)

In Kanada kamen fünf Männer ein paar Mal in der Woche zum Jammen zusammen. Diese Jam-Sessions führten zu einer Reihe von Tracks. Diese Tracks wiederum führten zu einer Prog-Rock-Band namens Machines Dream. Sie haben sich zum Beispiel von Porcupine Tree, Marillion und Blackfield beeinflussen lassen. Vor fünf Jahren wurde ihr Debütalbum veröffentlicht. In der Zwischenzeit haben sie noch einige Alben mehr zu verzeichnen. “Black Science” ist vor allem ein Blick auf das letzte Jahrhundert. Es gab fantastische Entwicklungen, aber auch Tiefpunkte wie Kriege und Kämpfe.

Armistice Day“ ist ein kurzer, geheimnisvoller und ziemlich düsterer Song. Die düsteren Klänge passen zum Text. Diese Eröffnungsnummer geht fast nahtlos in “Weimar” über. Das Drumintro verriät den Weg. Das Instrumentalstück ist melodisch, mit vielen Keyboards. Klavier ertönt für einen kleinen Part am Anfang. Craig West singt ruhig und aufgrund seiner Vocals und den Texten wird man praktisch gezwungen aufmerksam zuzuhören. Hier geht es um die Weimarer Republik. Zum Beispiel wird Deutschland nach dem ersten Weltkrieg (bis 1933) behandelt. Mit einem Mal wird die ruhige Atmosphäre verändert hin zum Rock. Dieses rockige Stück passt überraschend gut dazu. Und das wechselt sich dann mit ruhigeren Stücken ab. Elektronische Keyboard-Sounds kommen wieder auf. Das Aufgebaren der Drums fügt sich wunderbar hinzu.

Heavy Water” basiert auf Hiroshimas Atombombe. Ich bin so gefesselt von dem Text und der Musik, das ich vergesse zu rezensieren. Das Background Gebilde verschwimmt, so dass man es nicht sofort bemerkt. Während des schönen Instrumentalstücks bilden Melodie und Rhythmus eine außergewöhnliche Kombination. Wieder ist Rob Colemans Gitarrenspiel erstaunlich, aber Ken Coulters Trommeln ist großartig. Alles steht bis zum Ende  in völliger Harmonie. Klavier und der Sound von “Streichern” eröffnen “Black Science“. Das verursacht Gänsehaut. Josh Norling spielt leise sein Saxophon, das sich mit allem vereint. Drums spendieren ‘UXB‘ ein faszinierendes Intro. Die Streicher sorgen für ein schwereres Follow-up. Die Lyrics werden zum Besten gegeben. Kein Wunder, denn das Leben und Aufwachsen in Nord-Belfast ist zentrales Thema. Der Wechsel von Rock zu leichterer Musik kurz vor dem Ende hat wirklich etwas Besonderes. Natürlich sind schon viele Tracks übers Internet und Social Media bekannt geworden. Trotzdem bekommen es Machines Dream hin, mit “Noise to Signal” eine gute Nummer zu schaffen.

Die Worte:

 “Noise to signal, signal to noise”

erinnern mich an ‘Signal to Noise’ von Sylvium (aus dem Album ‘Waiting For The Noise’). Obwohl die Unterschiede groß genug sind, werde ich diese Erinnerung nicht los. Zurück zu Machines Dream: Nach einer Steigerung der Lautstärke ist der Wechsel zum Minimalismus überraschend. Nicht nur überraschend, sondern großartig. Während eines Instrumentalparts spielt Josh sein Saxophon kraftvoller. Ausgezeichnetes Ende.

Black Science” ist ein Album, dem man aufmerksam zuhören muß. Musik und Texte stärken sich gegenseitig und bilden ein beeindruckendes Ganzes. Allerdings ist dieses Album nicht überladen. Zugänglichkeit ist geblieben. Beim ersten Anhören war das Album schon schön und es wurde immer besser.

(90/100, Progressive Gears)

Website: Machines Dream

Facebook: Machines Dream

     

Tracklist:
01 – Armistice Day (01:34)
02 – Weimar (10:40)
03 – The Cannons Cry (04:18)
04 – Heavy Water (08:36)
05 – Airfield on Sunwick (06:11)
06 – Black Science (08:17)
07 – UXB (04:59)
08 – Noise to Signal (08:47)

Line up:
Ken Coulter: drums
Brian Holmes: keyboards
Craig West: lead zang, bas
Rob Coleman: gitaar
Jake Rendell: mandoline, achtergrond zang

Gasten:
Chris Belsito en Eugene Rogers: teksten
Josh Norling: saxofoon
Jakub Olejnik, Chris Belsito en Jenny Gauvreau: (achtergrond) zang

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